Arbeitsumgebungsplan bei Bauprojekten – wann ist er gemäß AFS 2023:3 erforderlich?
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Kurze Antwort: Ein schriftlicher Arbeits- und Gesundheitsschutzplan ist bei Bau- und Montagearbeiten erforderlich, wenn das Projekt bestimmte Arbeiten mit besonderen Risiken umfasst oder wenn das Projekt so umfangreich ist, dass eine Vorankündigung erforderlich ist. Der Plan ist vor Beginn der ersten Bau- oder Montagearbeiten zu erstellen, am Arbeitsplatz bereitzuhalten und bei Änderungen im Projekt zu aktualisieren.
| Besondere Risikotätigkeiten | Wenn eine der in den Vorschriften genannten Tätigkeiten mit besonderem Risiko ausgeführt werden muss. |
| Großprojekt – Option 1 | Länger als 30 Arbeitstage und gleichzeitig mehr als 20 Personen zu einem beliebigen Zeitpunkt. |
| Großprojekt – Option 2 | Die Gesamtzahl der Personentage wird auf mehr als 500 geschätzt. |
| Zeitpunkt | Der Plan muss erstellt sein, bevor die ersten Bau- oder Montagearbeiten begonnen werden. |
Wer ist für den Arbeits- und Gesundheitsschutzplan verantwortlich?
Der Bauherr trägt die Gesamtverantwortung dafür, dass ein Arbeits- und Gesundheitsschutzplan erstellt wird, wenn dieser erforderlich ist. Der Bas-P arbeitet während der Planung und Projektierung am Plan. Wenn das Projekt in die Ausführungsphase übergeht, müssen der Plan und die Arbeitsschutzmaßnahmen gemäß den Regeln der AFS 2023:3 an den Bas-U übergeben werden.
Der Arbeits- und Gesundheitsschutzplan ist ein steuerndes Dokument
Der Plan sollte kein statisches Dokument sein, das zur Seite gelegt wird. Er muss an die Größe, Komplexität und das Risikoniveau des jeweiligen Projekts angepasst sein und als Leitfaden für den Umgang mit Arbeitsrisiken sowie die Koordination der Akteure dienen.
Was sollte der Plan enthalten?
- Organisation und Verantwortung für den Arbeitsschutz,
- gemeinsame Ordnungs- und Sicherheitsregeln,
- projektspezifische Risiken und geplante Maßnahmen,
- Umgang mit Arbeiten mit besonderen Risiken,
- Koordination zwischen Auftragnehmern und anderen Akteuren,
- Verfahren für Aktualisierungen, Abweichungen und Änderungen,
- Angaben, die erforderlich sind, wenn andere Tätigkeiten gleichzeitig auf dem Gelände stattfinden.
Beispiele für besondere Risiken
Zu den Risiken gehören unter anderem Absturzgefahren, Aushubarbeiten, Abbrucharbeiten, Arbeiten in der Nähe von Hochspannungsleitungen, Sprengungen oder andere Situationen, in denen die Vorschriften besondere Maßnahmen erfordern. Die Risiken müssen auf der Grundlage des tatsächlichen Projekts beschrieben werden, nicht nur als allgemeine Liste.
Der Plan muss aktuell gehalten werden
Die AFS 2023:3 verlangt, dass der Arbeits- und Gesundheitsschutzplan weiterentwickelt und aktualisiert wird, sobald neue Informationen vorliegen, sich die Projektierung ändert oder die Produktionsplanung angepasst wird. Er muss zudem für alle auf der Baustelle tätigen Personen leicht zugänglich sein.
Sanktionsrisiko
Die Vorschriften sehen Sanktionsgebühren vor, wenn ein erforderlicher Arbeits- und Gesundheitsschutzplan nicht rechtzeitig erstellt wurde. Dies ist ein weiterer Grund, den Plan zu einem aktiven Bestandteil der Projektsteuerung zu machen.
Arbeits- und Gesundheitsschutzplan 2026/2027 für Bau und Montage
Das Vorlagenpaket ist auf die AFS 2023:3 ausgerichtet und unterstützt Bauherren, Bas-P und Bas-U bei der Dokumentation von Verantwortlichkeiten, Risiken, Sicherheitsregeln und der Nachverfolgung.
FAQ
Ist ein Arbeits- und Gesundheitsschutzplan bei allen Bauprojekten erforderlich?
Nein. Die Anforderung hängt davon ab, ob das Projekt Arbeiten mit besonderen Risiken umfasst oder die in der AFS 2023:3 genannten Schwellenwerte erreicht.
Kann der Plan digital vorliegen?
Ja. Die Vorschriften besagen, dass er auf der Baustelle in Papierform oder digital verfügbar sein muss.
Wer aktualisiert den Plan während der Bauphase?
Die Zuständigkeit verschiebt sich zwischen Projektierung und Ausführung. Bas-P und Bas-U haben zentrale Aufgaben, während der Bauherr gemäß den Vorschriften die Gesamtverantwortung trägt.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Regeln, Tarifverträge, Branchenbedingungen sowie die Umstände des Einzelfalls können die Beurteilung beeinflussen.