Schriftliche Abmahnung oder Ermahnung – was ist der Unterschied?

Von Mallbutiken · Fakten geprüft am 1. Oktober 2026

Im schwedischen Arbeitsrecht werden die Begriffe „varning“ (Abmahnung/Verwarnung) und „erinran“ (Ermahnung) nicht immer einheitlich verwendet. Es ist daher irreführend, pauschal zu sagen, eine „erinran“ sei immer mild und eine „varning“ immer formeller. Die entscheidende Frage ist, welche rechtliche Funktion der Arbeitgeber beabsichtigt.

Typ Zweck Rechtliche Grundlage
LAS-Abmahnung / Verwarnung Über Fehlverhalten informieren, Änderung fordern und verdeutlichen, dass das Arbeitsverhältnis gefährdet sein könnte Teil der Maßnahmen des Arbeitgebers vor einer möglichen Beurteilung gemäß LAS (schwedisches Kündigungsschutzgesetz); kein spezifischer „Abmahnungsparagraph“
Disziplinarische Verwarnung Bestrafung eines Fehlverhaltens Erfordert eine Grundlage in Gesetz oder Tarifvertrag
Ermahnung (Erinran) Der Begriff kann für eine Verwarnung/LAS-Abmahnung verwendet werden Wird nach Inhalt und Kontext beurteilt, nicht allein nach der Überschrift

Warum sind alte Tabellen nach dem Schema „mild–schwerwiegend“ problematisch?

Es gibt keine allgemeine gesetzliche Regel, die die „erinran“ auf Stufe eins und die „varning“ auf Stufe zwei einordnet. An vielen Arbeitsplätzen werden die Wörter in der Praxis zwar so verwendet, aber andere Arbeitgeber nutzen den Begriff „erinran“ gerade für die schriftliche Verwarnung, die den Arbeitnehmer auf das Risiko einer Kündigung aufmerksam machen soll.

Was ist eine LAS-Abmahnung?

Der Begriff wird für eine Verwarnung verwendet, bei der der Arbeitgeber erklärt, welches Fehlverhalten beendet werden muss und dass ein fortgesetztes Verhalten das Arbeitsverhältnis gefährden kann. Die Gewerkschaft Unionen beschreibt diesen Typ als etwas anderes als eine disziplinarische Bestrafung.

Was ist eine Disziplinarmaßnahme?

Eine disziplinarische Bestrafung erfordert eine rechtliche Grundlage. § 62 des Mitbestimmungsgesetzes (MBL) schränkt die Möglichkeit ein, Arbeitnehmern ohne gesetzliche oder tarifvertragliche Grundlage andere Sanktionen aufzuerlegen. Für Staatsbedienstete regelt unter anderem das Gesetz über die öffentliche Anstellung (LOA) Disziplinarmaßnahmen wie Verwarnungen und Lohnabzüge.

Welche Überschrift sollte der Arbeitgeber wählen?

Wählen Sie eine Überschrift, die dem Zweck entspricht, aber formulieren Sie vor allem den Inhalt klar. Wenn es sich bei dem Dokument um eine Verwarnung handelt, sollte es beispielsweise das Fehlverhalten, die erwartete Änderung, Unterstützung/Maßnahmen und den Hinweis enthalten, dass bei weiterem relevanten Fehlverhalten arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen können.

Praktischer Rat: Schreiben Sie nicht „disziplinarische Verwarnung“, wenn der Arbeitgeber eigentlich nur eine LAS-Verwarnung beabsichtigt. Dies kann unnötige Unklarheiten darüber schaffen, welche Rechtsgrundlage und welcher Prozess angewendet werden.
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