Kontrollbilanz – Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden

Faktakontrolliert: 1. Oktober 2026 · Schwedisches Recht

Eine Kontrollbilanz beginnt in der Buchhaltung der Gesellschaft, das Aktiengesellschaftsgesetz (aktiebolagslagen) erlaubt jedoch bestimmte Bewertungsanpassungen. Das bedeutet nicht, dass der Vorstand frei den höchstmöglichen Marktwert wählen darf. Die Anpassungen müssen sich im Rahmen von Kapitel 25 § 14 des Aktiengesellschaftsgesetzes bewegen und mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung vereinbar sein.

Grundregel: Die Kontrollbilanz ist nach dem geltenden Jahresabschlussgesetz zu erstellen. Danach dürfen die in Kapitel 25 § 14 ABL ausdrücklich zugelassenen Anpassungen vorgenommen werden, und diese Anpassungen müssen gesondert ausgewiesen werden.

Ausgangspunkt: Ordentliche Buchhaltung zuerst

Die laufende Buchhaltung der Gesellschaft, die Unterlagen für den Jahresabschluss und die geltenden Rechnungslegungsvorschriften bilden den Ausgangspunkt. Eine Kontrollbilanz ist also keine eigenständige „Marktwertbilanz“. Der Unterschied besteht darin, dass das Aktiengesellschaftsgesetz bestimmte Anpassungen zulässt, die ein anderes Kapitalbild als die ordentliche Bilanz ergeben können.

Welche Bewertungsanpassungen dürfen vorgenommen werden?

Gemäß Kapitel 25 § 14 ABL dürfen unter anderem:

  • Vermögenswerte mit einem höheren Wert und Rückstellungen oder Verbindlichkeiten mit einem niedrigeren Wert als in der ordentlichen Buchhaltung angesetzt werden, sofern die Bewertungsgrundsätze mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung vereinbar sind,
  • Vermögenswerte zum Nettoveräußerungswert ausgewiesen werden,
  • bestimmte Verbindlichkeiten aufgrund staatlicher Beihilfen unter besonderen gesetzlichen Voraussetzungen weggelassen werden.

Es ist also nicht korrekt, pauschal zu sagen, dass „alle Vermögenswerte zum Zeitwert aufgewertet werden dürfen“. Jede Anpassung muss rechtlich und buchhalterisch begründet sein.

Gängige Posten in der Praxis

Immobilien, Maschinen und Inventar

Wenn ein Vermögenswert einen dokumentierbaren höheren Wert aufweist als den Buchwert, kann in einigen Fällen eine Anpassung möglich sein. Die Beurteilung muss im Rahmen des Gesetzes und der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung erfolgen. Als Grundlage können beispielsweise unabhängige Wertgutachten, Marktdaten, Verträge oder andere überprüfbare Informationen dienen.

Vorräte

Vorräte sollten nicht automatisch aufgewertet werden, nur weil ein Verkaufspreis höher ist als der Buchwert. Bei der Anwendung des Nettoveräußerungswerts müssen Verkaufskosten und die tatsächliche Realisierbarkeit berücksichtigt werden. Wertminderungen und Schäden können gleichzeitig für einen niedrigeren Wert sprechen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen sind auf Basis dessen zu bewerten, was tatsächlich zu erwarten ist. Unsichere oder bestrittene Forderungen können nicht ohne Weiteres zum vollen Nominalbetrag angesetzt werden. Dokumentieren Sie daher die Zahlungsfähigkeit des Kunden, Einwände und andere relevante Umstände.

Immaterielle Vermögenswerte

Die ältere Version dieses Artikels erweckte den Eindruck, dass Marken, Patente und andere immaterielle Vermögenswerte generell „neubewertet“ werden können, wenn der Wert gestiegen ist. So einfach ist das nicht. Die Bilanzierung immaterieller Posten ist stark regelgebunden. Eine mögliche Anpassung muss sowohl gegen Kapitel 25 § 14 ABL als auch gegen das vom Unternehmen angewandte Rechnungslegungsregelwerk geprüft werden.

Verbindlichkeiten und Rückstellungen

Verbindlichkeiten dürfen nicht einfach herabgesetzt werden, nur weil das Unternehmen hofft, bessere Konditionen auszuhandeln. Wenn ein Posten mit einem niedrigeren Wert als in der ordentlichen Buchhaltung angesetzt wird, muss dies begründet sein und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen.

Wie werden nicht versteuerte Rücklagen behandelt?

Das Aktiengesellschaftsgesetz gibt ausdrücklich vor, dass nicht versteuerte Rücklagen in der Kontrollbilanz in Eigenkapital und latente Steuerverbindlichkeiten aufzuteilen sind. Der ältere Text beschrieb nicht versteuerte Rücklagen so, als seien sie akkumulierte ausschüttungsfähige Gewinne. Das war falsch und wurde nun entfernt.

Beispiel: Wenn das Unternehmen eine nicht versteuerte Rücklage hat, sollte diese nicht kritiklos zu 100 Prozent als Eigenkapital gerechnet werden. Ein Teil entspricht latenten Steuern, und der Rest beeinflusst das Eigenkapital gemäß der entsprechenden Berechnung.

Die Anpassungen sind gesondert auszuweisen

Kapitel 25 § 14 ABL verlangt, dass die Anpassungen gesondert ausgewiesen werden. Es empfiehlt sich daher, mit einer Spaltenstruktur zu arbeiten, die den ordentlichen Buchwert, die Anpassung für die Kontrollbilanz und den Wert in der Kontrollbilanz sowie einen klaren Verweis auf die Unterlagen zeigt.

Posten Ordentlicher Wert Anpassung KBR KBR-Wert Grundlage
Beispiel: Immobilie Buchwert + dokumentierte Anpassung Angepasster Wert Bewertungsunterlagen
Beispiel: Forderung Nominal/Buchwert − unsicherer Teil Eingeschätzter Wert Reskontro/Bestreitung

Lesen Sie mehr über die Dokumentation unter Kontrollbalanz – Unterlagen, Anmerkungen und Anhänge.

Häufige Fehler

  • Die KBR als freie Marktwertbewertung zu behandeln.
  • Werte ohne überprüfbare Grundlage zu erhöhen.
  • K2- und K3-Regeln selektiv zu vermischen, um ein besseres Ergebnis zu erzielen.
  • Latente Steuern auf nicht versteuerte Rücklagen zu vergessen.
  • Die KBR-Anpassungen nicht gesondert auszuweisen.
  • Sich auf Vermögenswerte zu konzentrieren, aber unsichere Forderungen, Rückstellungen oder andere negative Posten zu übersehen.

Für den Unterschied zwischen den Regelwerken, siehe Kontrollbilanz nach K2 und K3.

Excel-Vorlage für die Berechnung
Die „Kontrollbalansräkning Mall – Utan Revisor“ (Kontrollbilanzvorlage – ohne Wirtschaftsprüfer) des Mallbutiken kostet 49 SEK und kann als strukturierte Arbeitsunterlage für Unternehmen ohne gewählten Wirtschaftsprüfer verwendet werden. Die Bewertungen müssen immer an das jeweilige Unternehmen angepasst werden.

Quellen

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