Schenkungsvertrag – vollständiger Leitfaden zu Formvorschriften, Bedingungen und Steuern 2026

Fakten überprüft: 1. Oktober 2026 · Schwedisches Schenkungs-, Erb- und Familienrecht

Ein Schenkungsvertrag dokumentiert, dass Eigentum verschenkt wird und welche Bedingungen gelten sollen. Doch die Formvorschriften hängen ganz davon ab, was verschenkt wird. Eine Geldschenkung benötigt normalerweise nicht dieselbe Übertragungsurkunde wie eine Immobilie, während für Immobilien und Eigentumswohnungen besondere gesetzliche Bestimmungen gelten.

Kurze Antwort: Es gibt keine allgemeine gesetzliche Pflicht für einen schriftlichen Schenkungsvertrag bei jeder Schenkung. Hingegen erfordern beispielsweise die Schenkung einer Immobilie oder einer Eigentumswohnung eine schriftliche Urkunde. Bei Geld und anderem beweglichem Vermögen ist ein Schenkungsvertrag vor allem für Beweiszwecke und Bedingungen wichtig, während die eigentliche Vollziehung gesondert geregelt ist.

Wann wird ein Schenkungsvertrag benötigt?

Der Bedarf hängt vom Eigentum und davon ab, was Sie nachträglich nachweisen können möchten. Ein Schenkungsvertrag ist besonders wertvoll, wenn die Schenkung umfangreich ist, mehrere Erben vorhanden sind, das Geschenk zum Alleineigentum des Empfängers werden soll oder die Parteien klarstellen müssen, ob die Schenkung als Erbvorabempfang gelten soll.

Für bestimmte Vermögenswerte ist eine schriftliche Urkunde zudem eine rechtliche Formvorschrift. Siehe unseren Vergleich Welcher Schenkungsvertrag wird für welche Art von Eigentum benötigt?.

Geld und bewegliches Vermögen

Das Gesetz (1936:83) über bestimmte Schenkungsversprechen unterscheidet zwischen einem Versprechen auf eine zukünftige Schenkung und einer vollzogenen Schenkung. Die Grundregel besagt, dass ein Schenkungsversprechen über bewegliches Vermögen keine Wirkung entfaltet, solange die Schenkung nicht vollzogen wurde, es sei denn, das Versprechen wurde auf eine der im Gesetz genannten besonderen Arten abgegeben.

Bei Geld oder beweglichen Sachen wird die Schenkung gemäß Schenkungsgesetz dadurch vollzogen, dass der verschenkte Gegenstand in den Besitz des Beschenkten übergeht. Für Bankguthaben und bestimmte andere Vermögensarten gibt es spezielle Regeln, wie der Vollzug erfolgt.

Ein schriftlicher Schenkungsvertrag kann dennoch sehr wichtig sein, um nachzuweisen, dass eine Übertragung eine Schenkung und kein Darlehen war. Lesen Sie den Ratgeber zu Geldschenkungen.

Schenkung von Immobilien

Das 4. Kapitel des Grundbuchgesetzes (Jordabalken) enthält Formvorschriften für Immobilienübertragungen. Bei Schenkungen gelten gemäß Kapitel 4, § 29 unter anderem entsprechende Anforderungen an eine schriftliche Übertragungsurkunde, eine eindeutige Übertragungserklärung und die Unterschriften der Parteien.

Für den Antrag auf Eintragung des Eigentumsrechts (lagfart) gibt das schwedische Katasteramt (Lantmäteriet) zudem an, dass:

  • die vollständige Grundstücksbezeichnung angegeben werden muss,
  • ersichtlich sein muss, ob das gesamte Grundstück oder ein bestimmter Anteil übertragen wird,
  • sowohl Schenker als auch Empfänger unterzeichnen müssen, und
  • die Unterschrift des Schenkers von zwei Personen beglaubigt sein muss.

Der Beschenkte muss den Antrag auf Eigentumseintragung innerhalb von drei Monaten nach Erwerb stellen. Vertiefung: Schenkungsvertrag für Immobilien – Formvorschriften, Eigentumseintragung und Steuern.

Schenkung von Eigentumswohnungen

Eine Eigentumswohnung (bostadsrätt) ist bewegliches Vermögen, hat aber spezielle Formvorschriften in Kapitel 6, § 4 des Gesetzes über Eigentumswohnungen (bostadsrättslagen). Bei einer Schenkung muss die Übertragung schriftlich erfolgen, von Überträger und Erwerber unterzeichnet werden, und die Urkunde muss die betreffende Eigentumswohnung eindeutig identifizieren.

Der neue Inhaber muss zudem die Mitgliedschaft in der Eigentumswohnungsvereinigung gemäß Gesetz regeln. Beschreiben Sie daher eine Schenkung einer Eigentumswohnung nicht so, als würden immer die gleichen Regeln wie für allgemeine bewegliche Sachen ausreichen.

Welche Bedingungen kann man festlegen?

Ein Schenkungsvertrag kann beispielsweise festlegen, dass eine Schenkung von einem Elternteil oder einer anderen dritten Person zum Alleineigentum des Empfängers werden soll. Eine solche Bedingung kann bei einer künftigen Vermögensauseinandersetzung gemäß Ehegesetz von Bedeutung sein.

Sie können auch klären, ob die Schenkung an ein Kind als Erbvorabempfang angerechnet werden soll oder nicht. Hingegen sollten Bedingungen wie Verfügungsverbote, Rückfallklauseln, Nutzungsrechte oder Schutz vor Gläubigern mit großer Vorsicht formuliert werden. Eine einfache Bedingung schützt das Eigentum nicht automatisch vor Pfändung oder Konkurs.

Schenkung an Kinder – Erbvorabempfang?

Gemäß Kapitel 6, § 1 des Erbrechts (ärvdabalken) ist das, was ein Erblasser zu Lebzeiten einem Abkömmling gegeben hat, als Grundregel als Erbvorabempfang anzurechnen, sofern nichts anderes bestimmt wurde oder die Umstände keine andere Absicht zeigen.

Für Schenkungen an andere Erben gilt der umgekehrte Ausgangspunkt: Eine Anrechnung erfolgt nur, wenn dies vorgeschrieben wurde oder angenommen werden muss, dass dies die Absicht war. Daher ist eine klare Formulierung im Schenkungsvertrag oft wertvoll.

Schenkung zwischen Ehegatten

Eine Schenkung zwischen Ehegatten kann zwischen ihnen wirksam werden, wenn die üblichen Vollzugsregeln befolgt wurden oder wenn die Schenkung gemäß Ehegesetz registriert wird. Damit die Schenkung gegenüber Gläubigern des Schenkers wirksam ist, ist als Grundregel eine Registrierung beim schwedischen Finanzamt (Skatteverket) erforderlich.

Bei der Schenkung von Immobilien zwischen Ehegatten muss die Schenkungsurkunde gemäß Anweisung des Katasteramts erst im Eheregister des Finanzamts eingetragen werden, bevor der Antrag auf Eigentumseintragung gestellt wird.

Alleineigentum zwischen Ehegatten: Eine Bedingung des schenkenden Ehegatten macht das Eigentum des Empfängers nicht von sich aus zum Alleineigentum (enskild egendom) auf die gleiche Weise wie eine Schenkung durch einen Dritten. Wenn Ehegatten festlegen wollen, dass Eigentum Alleineigentum sein soll, wird normalerweise ein Ehevertrag (äktenskapsförord) verwendet.

Sind Schenkungen steuerpflichtig?

Eine echte Schenkung ohne Anspruch auf Gegenleistung ist laut Finanzamt gemäß Einkommensteuergesetz für den Empfänger steuerfrei. Das bedeutet nicht, dass jede Übertragung, die „Schenkung“ genannt wird, immer steuerfrei ist; Vergütungen für Arbeit oder andere Gegenleistungen können besteuert werden.

Bei Immobilienschenkungen kann zudem eine Stempelsteuer anfallen. Das Katasteramt gibt an, dass die Übernahme von Darlehen oder andere Gegenleistungen, die mindestens 85 Prozent des steuerlichen Schätzwertes des Vorjahres ausmachen, den Erwerb stempelsteuerpflichtig machen.

Der Beschenkte übernimmt in vielen Fällen auch die steuerliche Situation des früheren Eigentümers, was bei einem künftigen Verkauf von Bedeutung sein kann.

Checkliste vor der Schenkung

  • Welches Eigentum soll übertragen werden und wie wird es identifiziert?
  • Ist es eine reine Schenkung oder gibt es eine Gegenleistung/übernommene Darlehen?
  • Erfordert die Art des Eigentums eine schriftliche Übertragungsurkunde?
  • Soll das Geschenk Alleineigentum werden?
  • Soll die Schenkung als Erbvorabempfang zählen?
  • Gibt es einen Ehegatten, dessen Zustimmung oder Registrierung gehandhabt werden muss?
  • Sind Eigentumseintragung, Mitgliedschaft oder eine andere Registrierung erforderlich?
  • Gibt es steuerliche Auswirkungen oder Stempelsteuer?

Quellen

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